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Hallo Conny,
erst einmal, sei willkommen. Ob Du hir richtig oder falsch bist, wirst ganz allein Du entscheiden.
Der erste Eindruck Deiner Texte war bei mir, dass Du überhaupt nicht mit Deiner Situation fertig wirst. Du hast eine große Bitterkeit in Dir, und hast scheinbar alle glücklichen Momente, welche Dir dieses großartige Gefühl "Liebe" geschenkt hat, vergessen. Du fragst, wozu sie überhaupt gut ist, nun, frage Dich selber. Ohne Liebe stünde die Welt still, ohne Liebe gäbe es keinen Menschen auf ihr. Ohne Liebe könntest Du hier nicht schreiben.
Oder meinst Du die Liebe zu Dir selbst? Erwartest Du nur, dass die Liebe Dir gibt? Musst Du nicht auch lieben? Vergiss nicht, sie ist ein Geben und Nehmen. Sie beruht auf menschlichen Gefühlen von zwei Seiten. Mir scheint, Du bist sehr verletzt, weil jemand aufgehört hat Dich zu lieben. Manches liest sich wie eine Anklage. Soll es so sein?
Ich verstehe, worauf Johanna hinaus will. Im Augenblick bist Du auf einem Stand, von dem aus Du die Welt auf Dich und das Dir widerfahrene Unglück hinweisen willst. Du siehst diese Ungerechtigkeit als maßlos an und verstehst nicht, warum es Dich so hart traf. Bleibst Du dort, wirst Du Dich nicht weiter entwickeln, sondern nur im eigenen "Elend" schwelgen.
Beende die Zeit des Herausschreiens Deiner Not, nimm all Deine Gefühle und versuche sie aus einer anderen Perspektive zu beschreiben. Nicht "Ich, Conny" ist dabei wichtig, sondern die Geschichte selbst. Die kannst Du verwandeln und formen, anderen fiktiven Personen anlasten, sie leiden lassen und bestrafen, tausend Varianten erdenken, wie sie sich auch hätte abspielen können. Anstatt auf Dich zu reflektieren, projiziere Deine Gefühle auf Deine Protagonisten in den Geschichten, die Du schreiben möchtest.
So könntest Du all die Kraft, die Du jetzt damit verbringst, Dich innerlich selbst zu zerfleischen, auf etwas Neues lenken, etwas Produktives, das Fantasie schafft. Fantasie, die Dir selbst neue Wege eröffnet, Deine Seele nicht mehr leiden lässt und Dir vielleicht Leser schenkt, die Dich und Deine Geschichten lieben.
Wenn Du diese gewonnen hast, frage noch einmal: "Liebe, wozu bist Du da?"
_________________ Gute Literatur ist immer das Produkt einer Neurose (William Styrons) ----------------- Petrusautor Claus Angelspaß-Bootsspaß-Lesespaß - Die Autorenseite Petrus' Bücherladen
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