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 Betreff des Beitrags: Eine Weihnachtsgeschichte 2009
BeitragVerfasst: 24.12.2009 09:43 
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Stepptanz- Injurator!
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BildDas WeihnachtsleuchtenBild

Copyright by Claus Beese

Hoch oben im Norden, dort, wo man vor lauter Schnee keinen Erdboden mehr sehen kann, und wo keine Pflanzen mehr wachsen, lebt Flöckchen, die Eisblumen-Elfe. Titania, die Königin aller Blumen- und Waldelfen, hatte sie gebeten, dafür zu sorgen, dass dieser öde und kalte Landstrich der Erde nicht ungeschmückt bliebe. So flog die die kleine Elfe umher, und hauchte glitzernde Eisblumen an Fensterscheiben und alle glatten Flächen, die sie nur finden konnte. In den endlosen Weiten zauberte sie aus Eis wunderschöne Skulpturen in die weiße Landschaft, die manchmal aussahen, wie ein Baum, ein Strauch, eine Rose oder eine Paradiesvogelblume, die sie ganz besonders liebte. Auf einer Urlaubsreise in das warme Afrika hatte sie bunten Blumen lieben gelernt, die aussahen wie ein Vogel. Sie schauten noch auch dann wunderhübsch aus, wenn Flöckchen ihre Nachbildungen aus Eis auf langen Stielen in den Schnee steckte.

Flöckchen war an diesem Tag sehr fleißig gewesen und wollte gerade die letzte Eispalme in den Schnee zaubern. Im Winter sind die Tage am Nordpol nicht sehr lang. Es dämmerte bereits, als die Elfe hinter einem kantigen Eisberg ein leises Schluchzen hörte. Neugierig spähte sie um die eisige Ecke herum und sah einen bunt gekleideten Weihnachtswichtel, der weinend im Schnee saß. Flöckchen trat zu ihm heran, streckte ihre Hand nach ihm aus und berührte in leicht an der Wange. Die Träne, die dort herab lief, gefror augenblicklich und Flöckchen betrachtete nachdenklich das Gebilde aus Eis auf ihrem Finger.
„Es sieht so aus, als hättest du Sorgen“, stellte sie voller Mitleid fest. Der kleine Elf hob den Kopf und schaute sie an.
„Das kannst Du wohl laut sagen. All die Mühen und Plagen des letzten Jahres umsonst. Die ganze Zeit für nichts geschuftet. Keine Geschenke in diesem Jahr. Das Weihnachtsfest fällt aus! Uääääh!“
Der Wichtel heulte so laut los, dass Flöckchen erschrak.

Die Gedanken der kleinen Elfe überschlugen sich. Das konnte doch nicht sein, so etwas hatte es noch nie gegeben.

„Es ist ja auch noch nie am Heiligen Abend der Magnet kaputt gegangen, der das Meeresleuchten erzeugt“, erklärte der heulende Wichtel. „Ohne das Meeresleuchten würde sich der Weihnachtsmann in der Dunkelheit über dem Meer verfliegen, und mit seinem Schlitten sonstwo landen, nur nicht bei den Kindern.“
Urplötzlich hörte der kleine Geselle mit der Heulerei auf. Obwohl er als Helfer des Weihnachtsmannes an Kälte gewöhnt war, entfuhr ihm ein gewaltiger Nieser, und er prustete eine Wolke aus glitzerndem Elfenstaub in die Luft. Schnell stieg diese auf in den abendlichen Himmel und begann dort in allen Farben zu leuchten.
„Gesundheit“, wünschte Flöckchen und betrachtete nachdenklich das bunte Lichterspiel am Himmel.
„Kannst du das noch mal machen?“, fragte sie, und der Wichtel nickte. Donnernd entlud sich ein zweiter Nieser und eine weitere Elfenstaubwolke stieg empor und begann ebenfalls zu leuchten.
„Wir Weihnachtselfen können das alle auf Kommando“, näselte der Wicht und trompetete laut in sein Taschentuch.

Flöckchen klatschte lachend in die Hände.
„Das ist ja toll. Aber was noch wichtiger ist, ich habe die Lösung für dein Problem! Schnell, bring mich zum Weihnachtsmann!“
Der Wichtel war vollkommen durcheinander, ergriff dann aber die Hand der Elfe. Gemeinsam ging es in schnellem Flug über die Eisflächen am Nordpol. Das Weihnachtsdorf war hell erleuchtet, doch wo sonst am Heiligen Abend reges Treiben herrschte, war alles wie ausgestorben. Niemand bereitete den Schlitten vor, schirrte die Rentiere an oder lud die Geschenke ein. Alle Wichtel saßen traurig zuhause. Warum nur musste das Meeresleuchten ausgerechnet heute kaputt gehen?

Flöckchen und der Wichtel landeten auf dem Platz vor dem Haus des Weihnachtsmannes, und eilten hinein. Santa Claus hockte traurig in seinem Sessel und jammerte leise vor sich hin. Er schaute nur kurz auf, als die beiden herein hasteten.
„Na? Was habt ihr denn auf dem Herzen? Welch schlechte Nachrichten bringt ihr mir noch?“, fragte er beunruhigt.
„Sie sagt, sie hätte einen Plan, wie wir Weihnachten retten können!“, keuchte der Wichtel und zeigte mit ausgestrecktem Zeigefinger auf Flöckchen. Die haute ihm auf die Pfote und meinte beleidigt: „Das tut man nicht. Man zeigt nicht mit ausgestrecktem Finger auf andere Leute!“

Der Mann in der roten Jacke und mit dem weißen Bart lachte dröhnend. Die Elfe gefiel ihm. Sie schien nicht dumm zu sein.
„Du bist Flöckchen“, stellte er dann fest, setzte sich bequem in seinem Sessel zurück und schaute die zarte Eis-Elfe an. „Erzähl mir deinen Plan. Ich glaube fast, aus deinem schlauen Köpfchen könnte etwas Kluges kommen!“
Flöckchen warf dem Weihnachtswichtel einen vernichtenden Blick zu, wandte sich an den Weihnachtsmann und begann, ihm ihre Idee zu erzählen. Andächtig lauschte der Alte dem Plan, mit dem das Elfchen den Weihnachtsabend zu retten gedachte.
„Polarlicht? Hm, nicht schlecht, aber leider leuchtet es nur über dem Nordpol. Es reicht nicht um den ganzen Erdball.“ Der bärtige Mann in der roten Jacke breitete hilflos die Arme aus, seufzte tief auf und sank in seinem Sessel zurück.

Flöckchen war noch nicht fertig. Daran hatte sie auch gedacht. Erneut holte sie tief Luft und rief: „Aber, wenn du alle Weihnachtswichtel auf die Ersatz-Renntiere setzt und sie über die Erde fliegen lässt, können sie dir helfen. Sie müssen alle der Reihe nach niesen, vom Nordpol bis zum Südpol. Das Polarlicht wird den Elfenstaub zum Leuchten bringen. Selbst über dem Äquator wird es so hell leuchten, dass du dich nicht mehr verfliegen kannst.“

„Donnerwetter! Das nenne ich eine tolle Idee! Wichtel! Auf geht’s. Spannt die Rentiere an, bringt mir Stiefel und Mantel. Ladet die Geschenke ein, ich bin spät dran!“
Im Nu liefen tausend Wichtel umher, und erledigten alles, was man ihnen auftrug. Sie kletterten in die kleineren Schlitten, und ihre Rentiere zogen an. Eine ganze Flotte startete in den abendlichen Himmel über dem tief verschneiten Nordpol.

Es wurde ein denkwürdiges Weihnachtsfest. Rund um den ganzen Erdball ertönte in der nächtlichen Dunkelheit das Niesen der Weihnachtswichtel, und wie Flöckchen vermutet hatte, begann der Elfenstaub im Polarlicht zu leuchten. Sein buntes Feuer war überall auf der Erde zu sehen, und erhellte den Himmel. Wer ganz genau hinschaute, der konnte in dem Farbenspiel den Schatten des Weihnachtsschlittens erkennen, der schnell wie der Blitz über den Himmel huschte, damit in dieser Nacht alle Kinder ihre Geschenke bekamen.

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Petrusautor Claus
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